MB 012 · Kalkulation · Stand 04/2026
Betriebsspezifischer Lackmaterial-Index nach AZT
Berechnung mit Bezug auf Kalkulationsprogramme
Der voreingestellte AZT-Index 100 ist der Referenzwert des AZT. Betriebe sollten sich nicht ausschließlich darauf stützen, weil nur die individuelle betriebliche Materialkostenerfassung gewährleistet, dass alle Materialpositionen und Materialgemeinkosten vollständig in die Kalkulation einfließen.
Herausgeber: BFL
Kurzfassung zum schnellen Verstehen, gegen den Originaltext geprüft. Verbindlich ist das Original-Merkblatt – die Seitenangaben führen direkt dorthin.
Worum es geht
Die AZT-Lackkalkulation rechnet flächenbasiert und ermittelt den Materialaufwand über einen standardisierten Warenkorb – das Ergebnis heißt „AZT-Index 100“. Damit das System korrekt rechnet, muss im Kalkulationsprogramm die Methode „Materialindex/AZT“ eingestellt sein; andere Methoden wie Prozent vom Lacklohn oder Materialpunkte führen zu abweichenden Ergebnissen. Der Index 100 ist der Referenzwert des AZT aus einem definierten Warenkorb; Betriebe sollten sich nicht ausschließlich darauf stützen.: Jeder Betrieb hat eigene Einkaufspreise und eigene Materialgemeinkosten wie Mischraum, Mischsystem, Farbtonmessgerät, Filter oder Pistolen. Deshalb soll jeder Betrieb seinen eigenen Index ermitteln. Dazu erfasst man mindestens drei typische Aufträge vollständig mit echten Einkaufspreisen und Gemeinkosten, rechnet dieselben Aufträge mit Index 100 im Programm und setzt beides ins Verhältnis. Der Wert kann über 100 liegen. Teure Speziallacke fließen nicht ein und werden separat als Zuschlag oder Ready-Mix abgerechnet. Die betriebsspezifischen Lackmaterialkosten müssen regelmäßig überprüft und angepasst werden; Preisanpassungen der Hersteller und die betriebsspezifischen Materialgemeinkosten bilden die Grundlage für die Indexanpassung.
Kernaussagen
- Die AZT-Lackkalkulation ist ein flächenbasiertes System (nach Quadratdezimeter); der Materialaufwand aus einem standardisierten Warenkorb ergibt den „AZT-Index 100“.S. 2 ↗
- Eine sachgerechte Kalkulation im AZT-System ist nur möglich, wenn im Programm die Methode „Materialindex/AZT“ eingestellt ist; „Prozentual vom Lacklohn“, „Materialkosten pro Materialpunkt“ oder „Lackmaterial nach Hersteller“ sind dort nicht vorgesehen.S. 2 ↗
- Betriebe sollen sich nicht allein auf Index 100 stützen, sondern ihren betriebsspezifischen Materialindex berechnen und im Programm hinterlegen; dieser kann über 100 Prozent liegen.S. 2 ↗
- Schritt 1: Mindestens drei repräsentative Aufträge mit mindestens zwei bis drei Lackierteilen auswählen, Materialverbrauch vollständig erfassen und mit tatsächlichen Einkaufspreisen bewerten.S. 2 ↗
- Zu den Materialkosten kommen Materialgemeinkosten hinzu, z. B. Mischraumkosten, Mischsysteme, Software, Farbtonmessgerät, anteilige Pistolen, Kabinenfilter, PSA sowie Zuschläge für Gewinn und Wagnis.S. 3 ↗
- Zuschläge für Restmengen sowie „Schütt und Schwund“ pro Einzelauftrag sind in den AZT-Materialwerten bereits enthalten; eine Indexanpassung aus diesem Grund ist nicht erforderlich.S. 3 ↗
- Schritt 2: Dieselben Aufträge im Kalkulationsprogramm mit Index 100 rechnen; das Merkblatt nennt die Einstellpfade für Audatex, DAT, GT-Motive und Autovista/JD Power.S. 3 ↗
- Schritt 3: Index = Materialkosten des Betriebs × 100 % ÷ Materialkosten nach AZT-Index 100.S. 3 ↗
- Preisintensive Speziallacke und Sonderpigmente fließen nicht in den Index ein; dafür wird ein Zuschlag (z. B. „Zuschlag Spezial-Lack“) ergänzt oder der Basislack als Ready-Mix auftragsbezogen bestellt.S. 4 ↗
- Die betriebsspezifischen Materialkosten müssen regelmäßig geprüft und angepasst werden, u. a. wegen Preisanpassungen der Hersteller.S. 4 ↗
Wann du das brauchst
- Die Lackmaterialkosten decken sich nicht mit dem, was über die Kalkulation abgerechnet wird.
- Der Lacklieferant hat die Preise erhöht.
- Neue Mischanlage, Farbtonmessgerät oder Software wurden angeschafft.
- Ein Auftrag mit Sonderlack oder teuren Effektpigmenten steht an.
- Das Kalkulationsprogramm wird neu eingerichtet oder die Materialmethode ist unklar.
So setzt du es um
- Im Kalkulationsprogramm prüfen, ob die Materialmethode auf „Materialindex/AZT“ steht.
- Mindestens drei repräsentative Aufträge mit durchschnittlichem Umfang (mindestens zwei bis drei zu lackierende Teile) auswählen und den Materialverbrauch vollständig erfassen (zählen, wiegen, messen oder volumenmäßig bestimmen).
- Echte Einkaufspreise ansetzen und die Materialgemeinkosten plus Gewinn- und Wagniszuschlag hinzurechnen.
- Dieselben Aufträge mit Index 100 im Programm kalkulieren und den eigenen Index nach der Formel berechnen.
- Den ermittelten Wert statt 100 im Programm hinterlegen und Speziallacke separat als Zuschlag oder Ready-Mix abrechnen.
- Die betriebsspezifischen Materialkosten regelmäßig prüfen und anpassen; Preisanpassungen der Hersteller und die Materialgemeinkosten bilden die Grundlage für die Indexanpassung.
Genannte Positionen für Kalkulation und Rechnung
- Lackmaterial nach AZT-Materialindex (betriebsspezifischer Index)
- Materialgemeinkosten: Mischraum (Heizung, Strom), Beschaffung, Lager, Mischbank/Waage/Mischsysteme, Regale, Lizenzen, Software, Farbtonmessgerät
- anteilige Kosten für Lackierpistolen, Düsensätze, Kabinenfilter, PSA, Luftschläuche
- Zuschläge für Gewinn und Wagnis
- Zuschlag Spezial-Lack (Speziallacke, Sonderpigmente)
- auftragsbezogene Ready-Mix-Ausmischung des Basislacks
Begriffe
- AZT-Index 100
- Referenzwert für den Materialaufwand im AZT-System, ermittelt aus einem standardisierten Warenkorb.
- Betriebsspezifischer Materialindex
- Verhältnis der tatsächlichen Materialkosten eines Betriebs zu den Kosten nach Index 100, in Prozent.
- Materialgemeinkosten
- Materialbezogene Kosten, die nicht einem einzelnen Auftrag zugeordnet werden, etwa Mischraum oder Kabinenfilter.
- Schütt und Schwund
- Zuschlag pro Einzelauftrag, der (wie Zuschläge für Restmengen) in den Materialwerten der AZT-Lackkalkulation bereits enthalten ist.
- Ready-Mix
- Beim Hersteller oder Lieferanten fertig ausgemischter Basislack in der für den Auftrag nötigen Menge.
- REFA-Methoden
- Standardisierte Verfahren zur Zeit- und Verbrauchsermittlung, auf denen die AZT-Werte beruhen.
Typische Fragen
Reicht es, den voreingestellten Index 100 zu verwenden?
Nein. Das Merkblatt empfiehlt, den eigenen Index zu berechnen und im Programm zu hinterlegen, weil nur so alle Material- und Gemeinkosten erfasst werden.S. 4 ↗
Darf der eigene Index über 100 liegen?
Ja. Das Verhältnis der tatsächlichen Kosten zu Index 100 kann laut Merkblatt durchaus über 100 Prozent liegen.S. 2 ↗
Wie viele Aufträge brauche ich für die Berechnung?
Mindestens drei repräsentative Aufträge mit durchschnittlichem Umfang, also mindestens zwei bis drei Lackierteile je Auftrag.S. 2 ↗
Darf ich Restmengen und Schwund in den Index einrechnen?
Nicht nötig: Zuschläge für Restmengen sowie „Schütt und Schwund“ pro Einzelauftrag sind in den AZT-Materialwerten bereits enthalten; eine Indexanpassung aus diesem Grund ist nicht erforderlich.S. 3 ↗
Wie rechne ich teure Sonderlacke ab?
Speziallacke und Sonderpigmente gehören nicht in den Index. Sie werden über einen zusätzlichen Materialzuschlag im Programm oder über eine auftragsbezogene Ready-Mix-Bestellung abgerechnet.S. 4 ↗
Wo stelle ich den Index im Programm ein?
Das Merkblatt nennt die Menüpfade für Audatex (Randfahne 51 Fläche AZT), DAT SilverDAT 3 calculatePro, GT Estimate und Autovista/JD Power Repair Estimate.S. 3 ↗
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